Hintergründe zum Beratungsangebot

Bestimmung des gezahlten Fernwärmepreises

Der Fernwärmepreis besteht aus zwei Komponenten, dem Arbeitspreis (AP) und dem Leistungspreis (LP). Durch Multiplikation mit dem Jahresverbrauch und der Anschlussleistung erhält man die Fernwärmekosten:

(1) Fernwärmekosten [€/a]= AP * Verbrauch + LP * Anschlussleistung

Der gezahlte Fernwärmepreis, in der Fachwelt auch „Mischpreis“ genannt, ergibt sich dann aus der Division von Kosten und Verbrauch:

(2) Fernwärmepreis [ct/kWh] = Fernwärmekosten * 100 / Verbrauch

Auszug aus einer Heizkostenabrechnung eines fernbeheizten Gebäudes in Dresden (Versorger DREWAG). Der Fernwärmepreis beträgt 13,6 ct je kWh.

Aus Gleichung (1) wird sichtbar, dass eine zu hohe Anschlussleistung zu unnötig hohen Fernwärmekosten führt. Aus Gleichung (2) ist erkennbar, dass dies den Fernwärmepreis erhöht. Kennt man die Arbeits- und Leistungspreise eines Fernwärmeversorgungsunternehmens und das angemessene Verhältnis von Anschlussleistung und Verbrauch, lässt sich allein auf Basis der Höhe des gezahlten Fernwärmepreises ermitteln, ob Einsparpotenziale beim Fernwärmebezug vorliegen. SEnerCon nutzt diese Methode für eine Erstbewertung des Fernwärmepreises in den co2online-Heizgutachten. Dazu recherchiert SEnerCon quartalsweise die Fernwärmepreise von mehr als 45 Versorgern bundesweit und bildet daraus Vergleichswerte für unterschiedliche Abnahmefälle.

Angemessenes Verhältnis von Leistung und Verbrauch

Die zu erwartende mittlere Vollbenutzungsstundenzahl (auch Volllaststundenzahl genannt) bildet die Basis für die kostenlose Prüfung der Fernwärmeanschlussleistung. Die Vollbenutzungsstunden ergeben sich aus

(3) Vollbenutzungsstunden [h/a] = Verbrauch / Anschlussleistung

Die mittlere Vollbenutzungsstundenzahl beträgt für zum Beispiel Wohngebäude etwa 2.000 Stunden pro Jahr. Für andere Nutzungsarten gelten abweichende Werte. Wenn uns ein Kunde seine Fernwärmerechnung zur Prüfung überlässt, nehmen wie den Jahresverbrauch und teilen ihn durch die Anschlussleistung.

Beispiel: 200.000 kWh / 200 kW = 1.000 h/a

Aus dem Beispiel wird sichtbar, dass die in diesem Fall installierte Anschlussleistung um 100% überdimensioniert ist und 100 kW abbestellt werden können. Bei einem Leistungspreis von beispielsweise 45 € je kW und Jahr würde dies eine jährliche Einsparung von 4.500 € bedeuten.

Plausibilitätsprüfung der vorläufigen Einsparung

Um die Plausibilität einer solchen Überschlagsrechnung zu prüfen, wird der Verbrauch auf die beheizte Wohnfläche bezogen.

(4) Spezifische Anschlussleistung [W/m²] = Anschlusswert * 1.000 / Wohnfläche
Beispiel: 100 kW *1.000 / 1.500 m² = 67 W/m²

Liegt der spezifische Anschlusswert oder die „Heizlast“ für ein Gebäude so wie im Beispiel im Bereich von 30-70 W/m² Wohnfläche, ist die vorläufige Einsparung plausibel.


Die obenstehenden Informationen sollten veranschaulichen, wie SEnerCon bei der Prüfung der Angemessenheit der Anschlussleistung prinzipiell vorgeht. Da die Prüfung für einen auf unsere Beratungsmethodik geschulten Ingenieur nur wenige Minuten in Anspruch nimmt, können wir Ihnen diesen Service kostenlos anbieten. Selbstverständlich könnten Sie die Prüfung mit Hilfe des oben dargestellten Ablaufs nun theoretisch auch allein vornehmen. Der Wert unseres kostenlosen und kostenpflichtigen Angebots besteht letztendlich darin, dass wir über das Wissen mehrerer hundert erfolgreich abgeschlossener Beratungsfälle verfügen. SEnerCon haftet für die Richtigkeit der gegebenen Empfehlungen.