16.11.10

Warm, aber arm: Heizen mit Strom

Die SEnerCon hat jetzt im Auftrag der co2online den HeizCheck erweitert: Mieter und Hauseigentümer können ab sofort auch "Nachtstrom" als Heizsystem wählen und prüfen, ob der Heizenergieverbrauch ihres Gebäudes über dem Durchschnitt liegt. Einsparpotenziale und Alternativen sind auf einen Blick erkennbar.

In Deutschland sorgen 1,6 Millionen Nachtspeicherheizungen für warme Wohnungen. Heizen mit Strom führt im Vergleich zu allen anderen Energieträgern jedoch zu wesentlich höheren Heizkosten und CO2-Emissionen. Wie die vom Bundesumweltministerium geförderte Kampagne „Klima sucht Schutz“ ermittelt hat, liegen die Heizkosten in einem 150m²-Einfamilienhaus mit Nachtstrom bei 2.700 Euro im Jahr, mit Erdgas oder Heizöl hingegen nur bei 1.800 Euro.

„Mancher Vermieter weiß womöglich gar nicht, wie teuer und klimaschädlich das Heizen mit Strom ist“, erklärt Dr. Johannes Hengstenberg, Geschäftsführer der SEnerCon. Aufklärung und Beratung für Hauseigentümer und Mieter bietet das Themenspezial auf www.klima-sucht-schutz.de. Zusätzlich erhalten Verbraucher umfangreiche Hintergrundinformationen zur Diskussion um Nachtspeicherheizungen. So hält der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) Nachtspeicherheizungen für „ineffizient gegenüber anderen Heizungsformen“ und sieht für diese „keine Perspektive“. Einige seiner Mitglieder werben hingegen mit Formulierungen wie „günstige Wärme“ oder „preiswerte Alternative zu herkömmlichen Heizsystemen“ für das Heizen mit Nachtstrom.

Auch das Bundeskartellamt beschäftigte sich wegen mangelndem Wettbewerb bereits mit dem Heizstrommarkt. Es schloss im September 2010 ein Missbrauchsverfahren ab und verfügte gegen Heizstromversorger marktöffnende Maßnahmen. Zudem müssen 13 Energieversorger insgesamt 530.000 Kunden 27 Millionen Euro zurückzahlen, weil sie zuvor zu hohe Preise verlangt hatten.